Der Autor packt aus: Strategie

Manchmal werden Anleger euphorisch, ein anderes Mal fürchten die gleichen um ihr Geld und den Untergang der Börsenwelt. Beide Stimmungsspitzen führen schnell zu falschen Entscheidungen. Über die Jahre hat der Autor kaum einen Fehler ausgelassen, aber die meisten zum Glück nicht wiederholt.

“Kaufen und liegen lassen, ist ein Relikt von gestern.”

“Nur der aktive Anleger macht richtig Geld an der Börse.”

Solche Aussagen hört der Autor oft.

Zitat aus einem Wirtschaftsmagazin: „Das Finanzgeschäft ist rasend schnell geworden. Um Geld zu verdienen, muss man flexibel die Kursschwankungen nutzen.“

Verstehe, wer ein moderner Anleger sein will, muss handeln. Doch wer eine Aktie lediglich aus kurzfristigen Gesichtspunkten erwirbt, hat ein Problem: Wann soll er sein Wertpapier verkaufen? Wenn die Aktie gefallen ist, um weitere Verluste zu vermei­den? Wenn das Papier gestiegen ist, um die Gewinne zu sichern? Was, wenn der Kurs im Anschluss anders verläuft, als erwartet?

Ohne Zweifel ist die Finanzwelt ein globales Sekundenspiel geworden. Doch ist deshalb die Wachstumsstrategie veraltet? Ganz sicher nicht. Im Gegenteil: Richtig ist, die Schwankungen an der Börse haben über die Jahre zugenommen, nur daran sind nicht die Unternehmen schuld, sondern vielmehr die Anleger. Wir Anleger sind es doch, die jeder Meldung eine Bedeutung beimessen.

Nachrichten hin oder her, klar ist, auf Dauer spiegelt der Kurs einer Aktie die Unternehmensentwicklung wider. Anleger, welche auf die größten Konzerne der Welt setzen, auch dann zum Unternehmen stehen, wenn die Kurse zeitweise unter Druck geraten, die werden auch in Zukunft mit ordentlichen Renditen belohnt.

Kaufen und liegen lassen ist nach wie vor eine zeitgemäße Strategie.

Geduld und Weitblick

Es macht keinen Spaß, einer Aktie über längere Zeit zu halten, wenn sie seitwärts läuft statt zu steigen. Es macht keine Spaß, zu erfahren, das der Quartalsgewinn im Vergleich zum Vorjahr rückläufig ist. Für ungeduldige Anleger ist das schon Grund genug, die Aktie zu verkaufen um den Erlös in ein anderes Unternehmen zu investieren.

Ein schlechtes Quartals- oder Jahresergebnis kommt selbst bei den besten Unternehmen vor. Es verläuft nicht alles nach Plan, so funktioniert Wirtschaft nun mal nicht. In Phasen der Unsicherheit sollte man sich auf die langfristigen Perspektiven des Unternehmens besinnen. Sind diese gut, gibt es keinen Grund, die Aktie zu verkaufen.

Die Börse schaut in die Zukunft, manchmal etwas kurzsichtig, in der Regel jedoch mit Weitblick. Stimmen die langfristigen Aussichten, klettert auch der Aktienkurs dauerhaft nach oben.

Kaufen wenn Geld da ist

Aktien zum Tiefstkurs kaufen, das klingt toll, jedenfalls in der Theorie. In der Praxis funktioniert das selten. Denn eigentlich ist nicht der Zeitpunkt das entscheidende Kaufkriterium und auch nicht die aktuelle Stimmung an der Börse, sondern die Auswahl der Aktie: Das Unternehmen.

Der richtige Zeitpunkt für den Kauf ist nicht zuletzt die Verfügbarkeit von Kapital. Günstige Kurse bei leerer Kasse ergeben ein ausgesprochen schlechtes Timing. Überhaupt bedeuten “günstige Kurse” an der Börse eher Krise und Pessimismus. Da braucht es schon etwas Mut in fallende Märkte zu investieren.

Tipp vom Autor: Löse dich vom Timing-Gedanken. Investiere immer wieder in Aktien von möglichst stabilen Weltmarktführern. Dann, wenn du Geld dafür übrig hast. So sammelst du Jahr für Jahr deine Aktien zusammen und es wird sich nicht vermeiden lassen, einige Stücke für großes, mittleres oder kleines Geld erworben zu haben. Hilfreich sind monatliche Sparpläne.

Kaufen oder nicht kaufen?

Soll ich jetzt Aktien kaufen oder soll ich noch warten? Das ist die Frage aller Fragen, welche nicht investierte Anleger quält. Wenn die Aktienkurse ununterbrochen steigen, sind vielen Anlegern die Unternehmen zu teuer. Lieber will man eine Korrektur abwarten, um bei günstigeren Kursen im Markt einzusteigen.

Kommt dann tatsächlich eine Korrektur, fallen die Märkte dramatisch. Endlich haben die Zauderer, die nach wie vor auf ihrem Bargeld sitzen, die lang erhoffte Chance, günstiger einzusteigen. Und was machen die? Sie greifen erneut nicht zu. Warum nutzen sie die Gelegenheit nicht? Aus zwei Gründen: Erstens brechen Rückschläge fast immer mit bedrohlichen Schlagzeilen über uns herein. Zweitens geht es rasend schnell. Vom massiven Einbruch bis zu ersten Erholung vergehen oft nur wenige Tage.

Es gibt keine Wunschkorrekturen. Die Rückschläge fallen zu heftig aus, bei scheibchenweise “Salamicrash” hingegen bemerkt man den Abwärtstrend anfangs gar nicht. Andere Korrekturen gehen nicht tief genug und wieder andere sind zu schnell vorbei. Eines haben sie aber gemeinsam: Sie werden immer von schlechten Nachrichten begleitet, sonst würde die Kurse nicht in die Tiefe stürzen.

Tipp vom Autor: Niemand weiß mit absoluter Sicherheit, wann die nächste Korrektur kommt. Du solltest deine langfristigen Ziele verfolgen. Und in einigen Jahren werden bestimmt wieder viele Anleger den günstigen Kursen von heute nachtrauern.

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