Dreimal purer Luxus aus Frankreich

Alle drei Aktien haben 2021 mit satten Kursgewinnen abgeschlossen, welche vielleicht noch im Technologiesektor zu finden sind: Hermès mit einem Plus von über 50 % (auf US$-Basis), LVMH mit gut 30 % und Kering mit immerhin 15 % im Plus.

Die Marktkapitalisierung der „Großen Drei“ aus Frankreich kann sich (Ende 2021) sehen lassen. Kering mit 101 Mrd. US$, Hermès mit 172 Mrd. US$ und LVMH mit sage und schreibe 409 Mrd. US$. Damit ist LVMH das wertvollste Unternehmen in Europa. Zum Vergleich: Der Technikkonzern Siemens bringt 138 Mrd. US-Dollar auf die Waage und der Autobauer Volkswagen knapp 135 Mrd. US-Dollar.

Mode und Handtaschen vs. Automobil und Technologie

Unbestritten liegt die Bruttomarge bei den „Großen Drei“ deutlich jenseits von VW oder Siemens. Ob ein halbes Dutzend Handtaschen einen VW Golf aufwiegen – das muss jeder Anleger für sich entscheiden. Tatsache ist, trotz allgemeiner Flaute im Einzelhandel (die Coronapandemie lässt grüßen), floriert das Geschäft im Luxussegment. Die vermögende Klientel konsumiert ungebremst, schließlich ist Geld mehr als genug im Umlauf. Wird das so bleiben?

Tatsächlich soll der Gewinn bei Hermès pro Aktie um 50 % über dem Rekord des Jahres 2019 liegen. Das ist eine Leistung! Aber auch wenn die Gewinne im Luxussegment fulminant zugelegt haben, die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Noch einmal kann Hermès seinen Gewinn nicht um 50 % steigern, jedenfalls nicht von diesem Rekordniveau aus.

Hermès & Co. ist überbewertet

Die Hermès-Aktie ist aktuell extrem teuer, auf Basis der Gewinnschätzung für 2021, ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von annähernd 70. Das KGV von Siemens liegt unter 20 und um die 6 beim Autobauer Volkswagen. Vor Corona lag das historische KGV von Hermès zwischen 35 und 45, was schon nicht billig ist. Luxus hat eben seinen Preis. Aber selbst wenn das Unternehmen in den nächsten drei Jahren den Gewinn um jeweils 10 % steigern kann, liegt das KGV bei über 50, im Jahre 2024.

Fazit

Am Ende ist es wie mit der hochpreisigen Handtasche, wer sich in exklusiven Kreisen bewegen möchte, wird kaufen und der Preis spielt bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Kluge Anleger rechnen nach und warten vorerst ab.

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