Gier frisst Hirn

Nichts spricht dagegen, ein gewisses Budget zu verwenden, um an der Börse auch mal zu spekulieren. Dafür bieten sich Optionsscheine an. Anstatt den vollen Kaufpreis einer Aktie zu bezahlen, erwirbt der Anleger das Recht, zum Bruchteil des Kaufpreises, eine bestimmte Anzahl Aktien, zum festgelegten Preis und Zeitpunkt, zu kaufen oder zu verkaufen.

Steigt der Kurs dieser Aktien, steigen die Optionen mit.

Durch die in der Option eingebaute Hebelwirkung steigt der Wert der Option überproportional zum Wert der Aktie. So lässt sich wunderbar schnell Geld machen. In der Theorie. Haken an der Sache: Die Option kann genauso in die entgegengesetzte Richtung laufen, dann wenn die Aktien fallen, bis hin zum Totalverlust.

Es gibt zwei Arten von Optionsgeschäften: Kaufoptionen (Call-Optionen), wie zuvor beschrieben und Verkaufsoptionen (Put-Optionen). Hier spekuliert der Anleger auf fallende Kurse, um von der Option zu profitieren. Mit Put-Optionen lässt sich ein Wertpapierdepot absichern, so begrenzt man – trotz fallender Kurse – die Verluste. Auf Dauer ist diese „Versicherung“ allerdings ein teurer Spaß und versaut dem Anleger nachhaltig die Rendite.

Selbstverständlich haben schnelle und dazu hohe Gewinne einen ganz besonderen Reiz. Wenn sich der Autor an seinen wilden Zockerzeiten zurückerinnert, fällt ihm schnell ein, dass solche Spekulationen zwar schöne Gewinne beschert haben, mindestens aber genauso viele herbe Verluste. Nicht zu vergessen, neben der Hebelwirkung in die falsche Richtung, tickt die Uhr erbarmungslos gegen den Anleger. Optionen haben ein Verfallsdatum.

Tipp des Autors

Als Anleger solltest du die Börse nicht mit einem Wettbüro verwechseln. Klar kannst du einen guten Treffer landen, der Autor kennt allerdings keinen Spekulanten, der alleine mit dem Optionshandel reich geblieben ist. Unter dem Strich sieht das Ergebnis bei den meisten privaten Anlegern entsetzlich aus.

Wenn Spekulation, dann solltest du dir ein fixes Budget festlegen, nicht mehr als fünf Prozent deines Depotvermögens. Einen möglichen Verlust kannst du so gerade noch verkraften. Vermehrt sich dein „Spielgeld“, erweitert sich das Budget automatisch. Echte Disziplin ist gefragt. Aber Vorsicht! Die Zockerei befeuert das Belohnungssystem in deinem Kopf und der Autor erinnert noch einmal eindringlich an die Überschrift des Artikels.

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