Lass einfach die Finger davon!

Die globalen Aktienmärkte präsentieren sich seit Längerem in glänzender Verfassung. Wohl auch deshalb, weil es bei Negativzinsen kaum eine Anlagealternative gibt. Aber die gute Stimmung an der Börse zeigt Schattenseiten:

Die Anleger werden immer stärker zum Zocken verleitet.

Da sind zum einen die neuen Broker, die den Aktienhandel dahin gehend revolutioniert haben, indem sie den Zugang zu den Märkten vereinfachen und dabei die Kosten drastisch reduzieren. Der (fast) kostenlose Handel führt zu mehr Handlungen an der Börse.    

Hinzu kommt die Informationsflut. Einschlägige Börsenblätter locken mit Kursverdoppelung in kurzer Zeit. Das Mail-Postfach des Autors quillt über mit brandheißen Anlagetipps. Mehrere Hundert oder sogar Tausend Prozent Kursgewinn werden mit teils absurden Argumenten prophezeit. Wenn der Autor die Tipps solcher Marktschreier liest, muss er sich als erfahrener Anleger keine Sorgen machen.

Nur muss es Anleger geben, bei denen fallen solche Empfehlungen auf fruchtbaren Boden. Angezogen von der Chance auf das schnelle Geld stürzen sich so manche Anleger auf hochriskante Aktien. Von den exorbitanten Abokosten – für so einen Börsenbrief – mal abgesehen, die Kursverluste können immens ausfallen.

Aktien, die oft nur ein paar Cent kosten, sogenannte Penny-Stocks, sind so gut wie immer toxisch. Ein Irrtum, wer da glaubt, mit so billigen Aktien kann man kein Geld verlieren. Kann man, und zwar gewaltig. Fällt die Aktie von 50 Cent auf 10 Cent, dann sind auch 80 % des Kapitals futsch.

Das Geld hat jetzt ein anderer Anleger: vielleicht sogar der Herausgeber eines  Börsenbriefes. Denn nicht selten stecken hinter den Kaufempfehlungen dubiose Geschäftemacher, die sich zuvor günstig mit Penny-Stocks eingedeckt haben und dann mit ihren reißerischen Empfehlungen den Kurs künstlich nach oben treiben.

Tipp des Autors

Finger weg von Penny-Stocks und von Aktien, die du nicht ausreichend recherchieren kannst. Der Autor wird nie verstehen, was Anleger dazu veranlasst, Tausende von Euro in eine kasachische Uranmine, eine chinesische Solaraktie oder ein multinationales Internetcasino zu investieren. Firmen, dessen Namen man nicht kennt, nicht einmal aussprechen kann.

Beim Kauf eines neuen Fernsehers oder Autos werden doch auch zuvor wochenlang Prospekte gewälzt, Online-Angebote abgerufen oder Verbrauchertests studiert. Bei der Anlage in Aktien entscheiden viele Anleger noch aus dem Bauch und nicht aus dem Hirn. Dein schwer verdientes Geld sollte nicht verzockt werden. Richtig an der Börse investiert, soll es dir langfristig ein kleines Vermögen bilden.

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