Ein Sparschwein ist i.d.R. kostenlos.

So ein Porzellantier gibt es am Weltspartag von der Bank oder Sparkasse geschenkt.

Ein Sparschwein regelmäßig mit Kleingeld zu füttern kostet ebenfalls kein Geld. Schließlich wirst du dein Sparschwein eines Tages schlachten und den Einsatz auf den Kopf hauen. Allerdings wird sich dein Geld bis dahin nicht vermehrt haben – nicht durch Zinsen.

Deine Rendite liegt bei null.

Alternative Anlageformen versprechen zwar Rendite, kosten aber durchaus Geld und vielen Sparern ist das nicht richtig bewusst. Der Vermögenszuwachs wird in den Vordergrund gestellt, kein Berater spricht freiwillig über Kosten. Dabei können die Kosten eine Rendite steil nach unten drücken.

Das möchte ich dir am Beispiel einer klassischen Lebensversicherung verdeutlichen:

Eine Jahresprämie als Provision

Für einen langfristigen Vertrag über 100.000 Euro (Versicherungssumme) bekommt dein freundlicher Berater (Versicherungsvertreter) sage und schreibe 3.500 Euro Provision für den erfolgreichen Abschluss. Zusätzlich eine gewisse Betreuungs-Provision, verteilt über die gesamte Laufzeit.

Mit anderen Worten, deine komplette erste Jahresprämie landet rechnerisch weniger im Kapitalstock als vielmehr in der Brieftasche deines Beraters. Fakt ist, die Versicherungswirtschaft arbeitet nicht für ganz kleines Geld und kalkuliert ihren entsprechenden Gewinnanteil.

Hast du eine leise Vorstellung davon, welcher Zahlungsanteil tatsächlich in deine Kapitalbildung fließt? 80 Prozent, vielleicht 90 Prozent? Oder etwa deutlich weniger?

Die Kalkulationen der einzelnen Lebensversicherer fallen ganz unterschiedlich aus. Transparent sind diese Zahlen so oder so nicht. Aber mindestens 20.000 Euro dürfte dich der zuvor erwähnte Vertrag über 100.000 Euro Versicherungssumme kosten.

Provision, Gewinnanteil der Gesellschaft und Prämie auf dein Leben. Fast ergeht es dir ähnlich wie beim Autokauf. Denn kaum ist die Unterschrift für einen Neuwagen geleistet, ist das neue Auto bei Auslieferung schon ein Objekt mit Wertverlust.

Noch Fragen? Ja, durchaus!

Was macht nun ein Finanzinstitut mit deinem Geld nach Abzug aller Kosten?

Ganz einfach, ein Versicherungsunternehmen legt das Geld seiner Kunden am Kapitalmarkt an, zumeist in festverzinsliche Wertpapiere. Das können sichere Anleihen (mit niedrigen Zinsen) aus Deutschland sein oder auch besser verzinste, aber risikobehaftete Anleihen aus dem Ausland.

Multimilliarden-Konzerne kochen nur mit Wasser.

Aufgrund der niedrigen Zinsen wirtschaften die Lebensversicherer so grottenschlecht, dass die Bundesregierung 2014 mit einer Gesetzesänderung eingreifen musste. Das Gesetz erlaubt der Versicherung die Überschüsse bei Auszahlung zu kürzen, damit genügend Geld im Unternehmen bleibt, um neu abgeschlossene Verträge zu garantieren.

Hallo? Stelle dir einfach nur mal vor, dein Vater hat 20 Jahre in eine Lebensversicherung eingezahlt, die in diesen Tagen fällig wird. Selbstverständlich bekommt er die garantierte Summe (das Sparschwein wird geschlachtet) ausbezahlt.

Aber die Überschüsse werden – kraft Gesetzes – gekürzt.
Die Rendite fällt in den Keller.

Gekürzt deshalb, damit du (als Neukunde) erneut einen Sparvertrag auf dein Leben abschließt, das mit einem lächerlichen Garantiezins von 0,9 Prozent bedient wird.

Merkst du was?

Das ist kein Sparschwein, das ist eine Schweinerei!

Sei nicht Sparer, werde Anleger.