Seitenblicke

Pripyat. Eine Stadt, in der die Zeit steht.

1986. Der Junge aus dem Ruhrgebiet. Es war Nacht, als der Reaktor explodierte. Ich schlief. Ich war neunzehn Jahre alt, fertig mit der Schule und mitten in der Ausbildung. Der 26. April 1986 begann für mich wie jeder andere Tag — und irgendwo, kaum hundert Kilometer nördlich von Kiew, brannte ein Reaktor, ohne dass es […]

München und ich. Eine komplizierte Liebe.

Ich komme aus dem Ruhrgebiet. Das muss man sagen, bevor man über München redet, weil es alles erklärt. Wer im Ruhrgebiet aufwächst, lernt Städte als Ansammlung von Zwecken. Fabriken. Zechen. Siedlungen, die drumherum gewachsen sind, weil man irgendwo wohnen musste. Schönheit war kein Stadtplanungskonzept, sie war ein glücklicher Unfall. Man lernt, Dinge direkt zu sagen.

Quartalsabschluss

Es gibt Momente an der Börse, da sitzt man vor dem Depot und fragt sich ernsthaft, warum man das eigentlich macht. Nicht weil es nicht funktioniert. Sondern weil es so verdammt viel Energie kostet, rational zu bleiben, obwohl man es eigentlich besser weiß. Wir lesen Geschäftsberichte. Wir verfolgen Zinsentscheide. Wir analysieren Margen und Buchwerte und

Vier Jahre Krieg und Europas Erwachen

Wenn ich heute an Kiew denke, drängen sich Bilder in meinen Kopf, die mit der Realität dieses vierten Jahrestages nichts gemein haben. Als ich in den 1990er Jahren zum ersten Mal in diese Stadt kam, atmete sie eine aufbruchsbereite, fast unschuldige Lebendigkeit. Ich erinnere mich an den Herbst 2004, an die friedliche, pulsierende Energie der

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