Porsche Automobil Holding

Die Porsche Automobil Holding SE ist eine Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Stuttgart. Die mit Abstand wichtigste Anlage ist die Beteiligung an der Volkswagen AG, die 53,3 % der Stimmrechte und 31,4 % des Kapitals umfasst. Die Stammaktien werden ausschließlich von der Familie Porsche und Piëch gehalten. Mehr als die Hälfte der stimmrechtslosen Vorzugsaktien werden von institutionellen Investoren gehalten. Der Rest verteilt sich auf private Anleger, mehrheitlich mit Wohnsitz in Deutschland.

Ein Wirtschaftskrimi Made by Porsche

Im September 2015 erklärt Porsche die Absicht, rund 20 % der Stammaktien der Volkswagen AG erwerben zu wollen, das Unternehmen aus Zuffenhausen bereits 5 % der Aktien über die Börse aufgekauft. Ende 2015 war Porsche im Besitz von 18,53 % der VW-Anteile und verfügte über Kaufoptionen auf weiterer 3,4 % der Aktien.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Porsche 3,5 Milliarden Euro aus liquiden Mitteln in die VW-Beteiligung investiert. Porsche erklärte derzeit, als Ankeraktionär eine mögliche Zerschlagung des Volkswagen-Konzerns verhindern zu wollen.

Bis November 2006 erreicht die Beteiligung meldepflichtige 25,1 % und der Aufsichtsrat genehmigt die Aufstockung auf 29,9 % aller Aktien. Die mit einem Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre verbundene Aufstockung über 30 % wurde derzeit verneint. Als größter Einzelaktionär, noch vor Niedersachsen, zog die Porsche AG 2006 in den Aufsichtsrat von VW ein.

Porsche Holding & Ausbau der Beteiligung an VW

Im März 2007 wurde vom Aufsichtsrat der Porsche AG die Gründung der Porsche Automobil Holding beschlossen. Durch die Holdingstruktur sollten Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Fahrzeugen von der Beteiligungsverwaltung getrennt werden. Ende März wurde der Anteil an VW mit einer Milliarde Euro auf 30,9 % aufgestockt. Bis zu diesem Zeitpunkt hat Porsche rund fünf Milliarden Euro in Volkswagen investiert.

Mit überschreiten der 30 % Stimmrechte verpflichtete sich Porsche zu einem Übernahmeangebot an die restlichen Aktionäre. Pro Stammaktie wurden 100,92 Euro geboten, was derzeit mehr als 10 % unter dem aktuellen Börsenkurs lag. Im September 2007 schreibt der Spiegel „Porsche will die ganze Macht bei VW“, offensichtlich strebt Porsche eine Beteiligung von über 50 % an. Dafür hatte Porsche Swaps eingesetzt, um sich frühzeitig einen günstigen Übernahmekurs zu sichern.

Porsche Pressemitteilungen

(03.03.2008) Der Aufsichtsrat der Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart, hat grünes Licht für die Erhöhung der Beteiligung an der Volkswagen AG auf über 50 Prozent gegeben. Das Kontrollgremium ermächtigte den Vorstand am Montag in einer außerordentlichen Sitzung, weltweit alle dafür notwendigen aufsichts- und kartellrechtlichen Schritte einzuleiten.

(10.03.2008) Die Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart, weist Medienberichte zurück, wonach das Unternehmen beabsichtige, seinen VW-Anteil auf 75 Prozent aufzustocken. Die Spekulation, auf 75 Prozent zu gehen, übersehe die Realitäten in der Aktionärsstruktur von VW. Vor dem Hintergrund, dass das Land Niedersachsen als zweiter Großaktionär über 20 Prozent der Anteile an Volkswagen hält, ist die Wahrscheinlichkeit äußerst gering, die dafür notwendigen Aktien aus dem Streubesitz zu erwerben.

(16.09.2008) Die Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart, hat an diesem Dienstag, 16. September, weitere 4,89 Prozent der Volkswagen-Stammaktien erworben. Die Beteiligung an dem Wolfsburger Automobilhersteller erreicht damit insgesamt 35,14 Prozent der Stimmrechte. Dieser Schritt sichert Porsche eine dauerhafte Mehrheit auf der VW-Hauptversammlung.

(26.10.2008) Stuttgart, 26. Oktober 2008. Aufgrund der dramatischen Verwerfungen auf den Finanzmärkten hat sich die Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart, am Wochenende entschlossen, ihre Aktien und Kurssicherungspositionen im Zusammenhang mit der Übernahme der Volkswagen AG, Wolfsburg, offen zu legen. Demnach hält die Porsche SE am Ende der vergangenen Woche 42,6 Prozent der Volkswagen Stammaktien sowie zusätzlich 31,5 Prozent cash gesettelte Optionen auf Volkswagen Stammaktien zur Kurssicherung.

Die Aktie von VW steigt auf über 1.000 Euro

Im Mai 2008 versichert ein Konzernsprecher, Porsche hege keine Absichten, den Anteil auf mehr als 75 Prozent auszuweiten. Im Juli 2008 erklärt der Porsche-Finanzchef: Porsche sei entschlossen, die Grenze von 51 Prozent noch 2008 zu durchbrechen. Im September 2008 kommuniziert Porsche, ein Beherrschungsvertrag sei absolut unrealistisch.

Noch im Oktober dementieren ein Porsche-Sprecher, das Porsche beabsichtige, seinen Anteil auf deutlich mehr als 51 Prozent zu erhöhen. Es gäbe auch keinen Plan, auf mehr als 75 Prozent aufzustocken. Mit der Pressemitteilung vom 26.10.2018 gab Porsche indirekt zu, dass die Baroptionen eben nicht bloße Kurssicherungsgeschäfte waren, sondern dazu dienten, die Kontrolle über Volkswagen zu gewinnen.

In den folgenden Tagen stieg der Aktienkurs von VW in ungeahnte Höhen. Die Aktie, die in den Vorwochen deutlich gesunken war, wurde am Markt knapp, da auch Niedersachsen gut 20 % der Anteile hält. Der Kurs verdoppelte sich auf mehr als 400 Euro und schoss in der Spitze auf über 1.000 Euro hoch.

Showdown für Leerverkäufer der VW-Aktie

Investmentfonds mussten sich in den Tagen des gewaltigen Kursanstiegs mit VW-Aktien eindecken. Sie hatten darauf vertraut (oder vielmehr spekuliert), dass Porsche vorerst keinen Beherrschungsvertrag anstrebt. Damit hätte der Kurs von VW auf ihren fundamental angemessenen Wert sinken müssen. Sie hatten deshalb VW-Aktien leer verkauft, also Aktien abgegeben, die sie nicht hatten.

Als plötzlich die Aktien knapp wurden, gerieten die Anleger in Panik. Mutmaßlich 13 Prozent der VW-Anteile waren leer verkauft worden, aber nur noch 6 Prozent der freien Aktien waren handelbar. Die Anleger hatten – ohne es zu wissen – mit Aktien gehandelt, die von Porsche kontrolliert wurden. Jetzt musste sie kaufen, egal zu welchem Preis.

Gewinner der Marktturbolenzen dürfte Porsche gewesen sein. Das Stuttgarter Unternehmen gab nach wenigen Tagen fünf Prozent der Optionen frei und realisierte so Gewinne in Milliardenhöhe.