Die Macht des Zinsezins

Jeder Anleger ist so individuell wie das Leben selbst.

So unterscheiden sich schon mal die aktiven und passiven Anleger in ihrer grundlegenden Strategie. Während der passive Anleger den Markt für sich arbeiten lässt, versucht der aktive Anleger die Marktperformance mit Rechercheaufwand und einer höheren Risikobereitschaft zu schlagen.

Anleger unterscheiden sich bei der Auswahl ihrer Werte im Depot. Geprägt von der Herkunft, aber vor allem von der persönlichen Mentalität. Risikofreudigere Investoren setzen auf Chance und volatiles Kurswachstum. Während eher traditionelle Anleger Augenmerk auf Werterhaltung und regelmäßige Rendite legen. Wiederum andere, so wie der Autor selbst, mischen alles zusammen. 

Dividende als Beiwerk

Für viele Anleger ist die Dividende zunächst nur ein nettes Beiwerk, die Aufmerksamkeit liegt eher bei kurzfristigen Kursgewinnen. Dabei wird die Dividende unterschätzt. Massiv unterschätzt! Denn im Verlauf der Zeit entwickelt sich die Dividende zum Turbolader für ein Wertpapierdepot. 

Eine Studie der Universität Princeton aus dem Jahr 2002 zeigt eindrucksvoll die Macht der Dividende: Wer im Jahre 1900 einen Dollar in US-Aktien investiert hat, besaß hundert Jahre später – ohne Dividende – 198 Dollar. Die gleiche Story, mit einem kleinen Unterschied: Die jährlichen Dividenden werden regelmäßig reinvestiert. Das Ergebnis ist verblüffend: Aus dem einen Dollar werden über den gleichen Zeitraum16.979 Dollar!

Zinseszinseffekt

Nun wird kaum ein normal sterblicher Anleger einen Zeithorizont von 100 Jahren aufbringen. Nichtsdestoweniger liefert die Studie der Universität Princeton eine wichtige Botschaft: Wer die Dividenden regelmäßig wieder anlegt, profitiert vom Zinseszinseffekt. Denn so können auch die jährlichen Ausschüttungen von künftigen Kursanstiegen profitieren und neue Dividendenansprüche schaffen.

Soweit die Theorie, doch wie sieht es in der Praxis aus? Wir kennen das doch alle: Die Dividende fließt auf das Girokonto und verdunstet dort mit den täglichen Ausgaben. Oft lohnt sich die Wiederanlage nicht, da bei den kleinen Summen die Kaufgebühr für neue Aktien zu hoch wäre.

Tipp vom Autor

Für den Autor ist die Dividendenrendite eine feste Größe. Der Aktienertrag setzt sich aus Kursgewinn UND Dividende zusammen. Hast du schon mal nachgerechnet, was dir die Ausschüttung in den vergangenen Jahren eingebracht hat? Nein?

Dann lass dir deine Dividenden auf ein Unterkonto auszahlen, oder buche den Zufluss um und sammle das Geld an. So hast du mehr Überblick und eine Vorstellung über deine Einkünfte aus Kapitalvermögen. Sobald die Summe lohnt, kaufe damit neue Aktien. Vielleicht etwas mehr Aufwand, aber es lohnt sich.   

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